Der Jahrgang 2011

Der Jahrgang 2011

Das Wetter meinte es gut mit dem Wachstum unserer Reben:
Viel Sonne, aber dazwischen auch einzelne Regentage. Allerdings war das auch das perfekte Klima für Mehltau (Oidium). Agrar-Ingenieur Gwenael Thomas musste höllisch aufpassen, um diese Rebkrankheit, die den Trauben sehr schadet, unter Kontrolle zu halten.

Anfangs sahen die Erträge besser aus als im Jahr zuvor. Wir rechneten mit 20% mehr und mit einer sehr frühen Lese.
Wir begannen die Lese mit dem Merlot am 23. August. Doch dann entschieden wir, den verbliebenen Trauben lieber noch etwas Zeit zu geben, mehr Aromen zu entwickeln. Im September herrschte immer noch große Hitze, so dass die Trauben schnell zu schrumpeln begannen und viel Zucker einlagerten. Um zu hohe Alkoholwerte in unseren Weinen zu vermeiden, musste nun alles ganz schnell gehen.

Im Wein-Keller gab's viel Stress, denn auch unsere Vermieter wollten alles schnell lesen und hatten viel mehr Menge als im Vorjahr. Während alle Winzer-Kollegen in der Umgebung nicht mehr wussten, wohin mit all ihren Weinen und Mosten, machten wir lange Gesichter: wieder keine höheren Erträge auf Mas des Quernes.
Offenbar waren die Pflanzen noch sehr damit beschäftigt, neue Wurzeln zu bilden und den Schock zu verdauen, dass sie nicht mehr ständig mit Kunstdünger künstlich ernährt wurden.
Die Qualität der Trauben war wunderbar, selbst herbere Sorten wie Carignan oder Mourvèdre entwickelten Weine mit viel Eleganz. Trotz der Enge im Keller konnten wir die Rebsorten und Parzellen weitgehend getrennt halten, um dann im späten Winter die perfekte Mischung für unsere Cuvées zu kreieren.
 
 
Mas des quernes