Der Jahrgang 2010

Der Jahrgang 2010

Nach einem relativ frühen Austrieb folgte ein für die Region kühler Frühling mit viel Feuchtigkeit.
Der Sommer war ungewöhnlich heiß, so dass der erste Lese-Zeitpunkt in schnellen Schritten zu nahen schien.
Durch das extrem trockene Wetter (8 mm Regen Ende Juni, dann nichts mehr) konzentrierten die Trauben enorm viel Zucker, reiften aber nur schwer aus. Die Säure nahm kaum ab, die Fruchtaromen entwickelten sich nur zaghaft.

Die Lese verlief gut:
Es war kein Regen in Sicht, so konnten wir in Ruhe planen. Wir legten für jede Parzelle den Erntezeitpunkt individuell nach intensivem Zerkauen und Probieren der Trauben fest. Die Schalen sollten genug Aromen enthalten, die Tannine reif wirken, die Kerne nussig und knackig schmecken.

Den Großteil ernteten wir per Hand in kleine Kisten.
Mit der Erntemaschine ließen wir die Trauben für die Roséweine und einen Teil des einfacheren Carignan lesen und waren erstaunt, wie schonend und sauber die Maschine die Trauben in den Keller brachte.

Mourvèdre und Carignan auf dem Plateau waren die letzten Parzellen. Perfekt reif, begannen sie ganz sachte zu schrumpeln und schmeckten herrlich. Der Wetterbericht kündigte heftige Regenfälle und Gewitter an, so dass zum Schluss doch noch alles ganz schnell gehen musste. Wir haben´s mit vereinten Kräften bewerkstelligt und waren hoch zufrieden.

Der einzige Wehrmutstropfen waren die extrem niedrigen Erträge:
Wir ernteten im Durchschnitt 28 hl/ha. Das war gut für die hohe Qualität, die wir anstrebten. Im Januar 2011 verkosteten wir intensiv Tank für Tank. Wir waren begeistert, welches Potential unserer Weinberge sich schon jetzt erahnen ließ. Jean und Marie hatten es geschafft, fast alle Parzellen getrennt auszubauen, so dass wir auf eine tolle Auswahl für perfekte Assemblages zurückgreifen konnten.
 
 
Mas des quernes